Reformpädagogik: Montessori - Jenaplan -  Skript S. 51
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Wenn es zentrales Ziel von Pädagogik ist, all die Zusammenhänge zu erforschen, die den Weg hilfreich begleiten können, wie aus noch kleinen unmündigen Menschen mündige Erwachsene werden, die unser demokratisches Gemeinwesen aktiv unterstützen und fortentwickeln, dann stellt sich im Blick auf das Thema "Reformpädagogik" die Frage, was die Montessori- und die Jenaplan-Pädagogik hierzu Zielführendes beitragen kann - und vor allem dann, wenn man in Rechnung stellt, dass die Oberüberschrift lautet: "Erziehung in verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Kontexten".

Pädagog*innen mit dem Bildungsziel Mündigkeit und Demokratie im Kopf, könnten das Thema auf zweierlei Weise angehen. Zum einen stark historisch fokussiert: Hierbei würde sich herausstellen, dass viele reformpädagogischen Konzepte in ihrer Opposition zum wilheminisch autoritären Start zwar stark die Rechte vor allem des kindlichen Individuums betont haben, sich aber auch in manch merkwürdige Hintergrundphilosophien verstrickt haben, die vielfach esoterisch anmutend auch Verbindungslinien ins Völkische aufwiesen. Zum anderen eher gegenwartsorientiert: Hierbei wird dann stärker sichtbar, welch interessante praktische Ideen für eine Schule entwickelt wurden, die die Kinder als eigenständige, eigenaktive und lernbereite Wesen ansieht und ihnen vom Anfang an das zutraut, was am Ende zu erwachsen eigenständiger Mündigkeit und aktivem Demokrat*innentum führt.

Die folgende Skizze zeigt die Montessori-Theorie als eine beispielhafte Theorie, die von Gegebenheiten und Problemen ausgeht, Ideen und Problemlösungsvorschläge dazu entwickelt und deren Problemlösungkraft in demokratischer Realität erprobt:
Montessori-Struktur

Zwischen dem Himmel der Ideen und Ideale und dem Boden der Tatsachen entfaltet jede Theorie mit Problemlösungskraft ein gedanklich logisches Beziehungsgeflecht. Pfeile weisen nach oben (Induktion) und Pfeile weisen nach unten (Deduktion). Der Kreislauf von Versuch und Irrtum, trial & error oder Assimilation und Akkomodation wird erkennbar.

Auf dem naturwissenschaftlich erforschbaren Boden der Tatsachen machte Maria Montessori (1870-1952) als eine der ersten Ärztinnen Italiens an ihrer empirischen Basis Erfahrungen mit eigenaktiven Kindern, - Erfahrungen, die auch Parallelen zu denen von Piaget (1896-1980) aufweisen.

Diese Realitätskenntnis einerseits und die reale Schulwirklichkeit andererseits, ausgerichtet auf autoritären Untertanengeist, kollidierten in Montessoris Denken und bildeten ihre Problembasis und ihren Problemfokus. Diese Sicht wurde zusätzlich dadurch genährt, dass Maria Montessori in einer Zeit und einem Zeitgeist lebte, in dem viel beachtet von Ellen Key ein "Jahrhundert des Kindes" ausgerufen wurde.

Diese Ideale und Potentiale ließen zusammengebracht den Problemlösungsvorschlag Montessori-Pädagogik entstehen. Dieser wiederum führte zu Pädagogischen Folgerungen, die an der Problembasis für viele überzeugend eine neue Schulwirklichkeit erlebbar machte, die bis heute positiven Einfluss auf Schule hat.

Die Montessori-Pädagogik wird von ihren Vertreter*innen engagiert vertreten, aber nie so dogmatisch vorgetragen, dass nicht einzelne Elemente demokratisch an aktuellen Gegenbenheiten oder Problemlösungswünschen ausgerichtet werden könnten. Die Vielfalt der Montessori-Schulen belgt das eindrücklich. Viele Schulen nehmen auch nur einzelne Montessori-Elemente in ihr Schulprogramm aufnehmen, ohne dafür von einem Montessori-Papst kontrolliert oder kritisiert zu werden.

So steht unideologisch ganz demokratisch die pragmatische Frage im Vordergrund: Hilft die Montessori-Theorie hier und jetzt bei der Heranbildung mündiger Demokrat*innen weiter? Helfen bestimmte Vorschläge nicht, werden diese korrigiert.

Die konkreten Problemlösungvorschläge der Montessori-Pädadagogik von "Familienklassen" bis "Pensenbücher" sind Materialien rechts zu betrachten.
MONTESSORI

Tafelbilder:
(1) (2)



Videos:

Ordnung + Sicherheit

Tagesablauf
im
Montessorihaus




JENAPLAN

Präsentation

Kurzfassungen
(1) (2)



Montessori
vs
Jenaplan


Präsentation

"Treibhäuser
der Zukunft"

Erfolgreiche
Alternativschulen
mit
Montessori
&

Jenaplan

Wesentliche Vernetzungen mit anderen Themen:

Identitätsentwicklungstheorien:
Will man die Montessori-Praxis prüfend in den Blick nehmen, kann man akademisch schlau die alten philosophisch esoterischen Gedanken von Maria Montessori in ihrer Zeit auseinandernehmen. Das bringt aber pädagogisch nur sehr wenig bist nichts. Interessant ist es jedoch mit Piaget, Erikson, Mead und Hurrelmann einen Blick auf das Montessori-Geschehen zu werfen und zwar
mit Piaget auf die belegbar eigenständige Lernwilligkeit,
mit Erikson auf z.B. Ordnung und Sicherheit und psychosoziale Lernmotivation allgemein
mit Mead auf Kommunikationsbeziehungen in heterogenen Gruppen, die vielfältige soziale Beziehungen bieten, während in homogenen Gruppen eher "Rangelei" die Beziehungen dominiert, und
mit Hurrelman auf die produktive Realiätsverarbeitung im Montessori-Haus.

Kohlberg: Die Just Community Kohlbergs und die Integration der Heranwachsenden in eine nicht kosmische, sondern in eine demokratische menschengemachte und -kontrollierte Ordnung zeigt interessante praktische Gemeinsamkeiten wie auch philosophisch ordnungspolitische Differenzen.

Vorschulchancen: Zum Thema "Chancen und Grenzen pädagogischer Einwirkungen in Vorschuleinrichtungen" eröffnet die Montessori-Pädagogik Pädagog*innen einen neuen Chancenhorizont. Begrenzungen erwachsen nicht aus dem Kern der Montessori-Pädagogik. Diese resultieren eher aus der gesamtgesellschaftlichen Lebenswirklichkeit der Kinder, die Montessori-Pädagogik wie Pädagogik allgemein nur begrenzt beeinflussen kann.
Piaget
Erikson
Mead
Hurrelmann





Kohlberg




Vorschulchancen