Q2-PA-LK-19

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(1) Interkulturelle Pädagogik - Demokratiepädagogik
Nach den zahlreichen Theorien zu Identität, Entwicklung, Sozialisation und Erziehung in der Q1 rücken nun Fragen in den Blick, wie man dann auf diesem Hintergrund unsere Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung in den unterschiedlichen Bildungsinstitutionen professionell umsetzt (s. dazu auch EW-Vorgaben 2020).
Dazu starten wir zunächst mit zwei Fallbeispielen, die deutlich machen, dass Migration stets ein Mehrgenerationenprojekt ist, das je nach sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Distanz zum Einwanderungsland oftmals erst dann erfolgreich abgeschlossen werden kann, wenn hier geborene Kinder von Anfang auch unter "Kartoffeln" aufwachsen. - Als Kernproblem kann u.a. festgemacht werden, dass "Wahrheiten", die im Herkunftsland mitunter seit Generationen so gelten, hier bei uns nicht so einfach zu den Akten gelegt werden können. Hier aufwachsenden Kindern muss jedoch - spannende Frage: Wie? - erlebbar vermittelt werden, dass es unter demokratischen Verhältnissen möglich ist, das Leben der Menschen, die von den unterschiedlichsten Wahrheiten ausgehen, friedlich zusammenzuführen.
Der demokratische Denkansatz geht von Lessings Ringparabel und der dort schon im 17. Jahrhundert propagierten Position aus, sich in die Unerkennbarkeit der einen Wahrheit zu fügen. Dies spiegelt sich auch in der Formel:

Eine Wahrheit : Unfreiheit = viele Wahrheiten : Freiheit     bzw. in der Dahrendorfformel:    Wahrheit : Unfreiheit = Ungewissheit : Freiheit

Dieses spiegelt sich auch in der Anne-Will-Diskussion zum Beschneidungsverbot. Dort treffen nicht kompromissbereite Positionen, die von einer umumstößlichen Wahrheit ausgehen, auf solche, die nach einem Kompromiss suchen. Die Folgerung daraus - analog zur o.g. (Dahrendorf-)Formel - ist, dass freies demokratisches Zusammenleben nur unter der Annahme der Existenz vieler Wahrheiten bzw. unter der Annahme pronzipieller Ungewissheit denkbar ist. So kommen wir zu ersten Folgerungen.
Um diese noch weiter ausdifferenzieren zu können, blicken wir zurück in die Q1 und zum Rollenlernen nach George Herbert Mead. Mead ist der Auffassung, dass alle Bedeutung aus sozialer Interaktion entsteht, also aus der Mitte der sozialen Gemeinschaft heraus definiert wird. Das gilt für abstrakte Begriffe wie z.B. "Treue", für die gleiche "Kuh", die hier Schlachtvieh und in Indien heilig ist, und gilt so auch für Dich, der Du Deine Rolle in der Gesellschaft in der Auseinandersetzung zwischen ME-Zuschreibungen und I-Reaktionen darauf findest und so zu Deinem SELF kommst. In dieser Sicht ist Dein Mitmensch, dein natürlicher Freund, ohne den in Deiner Gemeinschaft kein SELF zustande kommen könnte. Viele Menschen sehen das anders: Für sie sind Anderen stete Verhinderer des eigenen Ich. Sie drängt es auszurufen: "Wenn die Anderen doch nicht wären, dann könnte ich original ich selbst sein."
Insofern passt die Meadsche Sicht auf das Kommunikationswesen Mensch, Deinen natürlichen Freund, gut zu dem hier entwickelten demokratischen Kerngedanken, der die einzelnen mit ihren ungewissen Positionen so zusammenbringen will, dass sie untereinander die je aktuell beste gemeinsame Position rational ermitteln können und wollen. Das Meadsche Kommunikationswesen kann von seiner Anlage her Demokratie.

Zwei Fallbeispiele
(dazu: Texte a und b und c)
Youtube: Anne Will:
Beschneidungsverbot

(dazu: Text a)
Anne-Will-Mindmap
Youtube: Ringparabel
Satz erster Folgerungen
(Wdh.-Einschub:
Mead: "Demokratiewesen")
weitere Folgerungen:
(a) - (b)

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zusammenfassender Text:
Interkulturelle bzw. Demokratie-
Pädagogik

ETC:
Denkwürdig

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