Q2-PA-LK-19 (Anmeldeformular: Lernwochenende)

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(4) Prinzipien der Erziehung im Nationalsozialismus am Beispiel der Jugendorganisationen HJ und BDM
Unsere bisherigen Themen drehten sich alle im Kern um die Bedingungen der Möglichkeit, das Ziel demokratischer Mündigkeit zu erreichen. Genau das hatte der Nationalsozialismus nicht im Visier. Die Anhänger des Nationalsozialismus steigerten sich in einen Führerkult, der zum Holocaust und in den 2. Weltkrieg führte. - Wie das geschehen konnte, ist eine extrem komplexe Fragestellung, die aus der Perspektive vieler Fächer zu stellen wäre, um zu einem Ergebnis zu kommen, das umfassend dabei helfen kann, das nach dem 2. Weltkrieg geschworenen "Nie wieder" zu ermöglichen.
Der Beitrag des Faches Pädagogik ist, mit dem Blick auf das "Nie wieder" zu klären, wie das NS-Bildungs- und Erziehungssystem vorging, um Menschen dazu bringen zu können, das ganz aktiv dabei mitzuwirken, das Grauen des Holocaustes und des 2. Weltkrieges real werden zu lassen.
Die NS-Pädagogik musste dazu größten Einfluss auf die junge Generation nehmen. Dieser Einfluss war aus NS-Sicht nur zu gewinnen, wenn der Einfluss der Familien deutlich zurückgedrängt wurde. So kam es zur Hitlerjugend und in der Hitlerjugend zum BDM (Bund Deutscher Mädel). Auf vielfältige Art und Weise wurden in diesen Organisationen vor allem in Zelt- und anderen Lagern glühende Nazis "produziert".

Film zum Einstieg
Birkenau/Auschwitz
Theresienstadt
Kamp Vught
Auschwitzfahrt 2018
Erziehung/Formierung im Lager
Anfangsbetrachtungen
1. Arbeitsrunde: (I) und (II)
2. Arbeitsrunde
3. Arbeitsrunde
Abschlussbetrachtung

(3) Demokratische Schule am Beispiel der Just-Community-Konzeptes von Lawrence Kohlberg mit Blick auf Kohlbergs Theorie zur Moralentwicklung
Das, was wir im Zusammenhang der interkulturellen bzw. Demokratiepädagogik schon mit Blick auf "Urvater" Lessing sahen, dass der Mensch zunächst einmal in der Wertewelt seine Eltern eine erste Wahrheit übermittelt bekommt, die für ihn absolut gilt und die noch nicht hinterfragbar ist, begegnet uns auch in der Kohlbergschen Moralentwicklung. Der Startpunkt ist eine Wahrheit. Am Ende der Entwicklung soll jedoch jemand stehen, der von einer persönlich festen ethischen Position aus sich in die gesellschaftliche Frage mitwirkend einmischt, was für alle als gut und böse, richtig und falsch bzw. erlaubt und unerlaubt ist. Kohlberg beschreibt diesen Weg von aufoktroyierter Moral zu einer eigenständigen Moral in sechs Stufen.
Diesen Weg zur Eigenständigkeit stellt Kohlberg in ein Verhältnis zu seiner Just Community. Mit Worten aus der interkulturellen Pädagogik könnte man sagen, Kohlberg "inszeniert" mit seinem demokratischen Schulkonzept "eine gelingende Praxis". in der die o.g. Eigenständigkeit sich frei entwickeln kann. Aus Meads Sicht könnte dieser Weg als einer beschrieben werden könnte, wie in und aus "sozialer Interaktion" eine Moral entsteht, die sich im steten Wechselspiel von ME- und I-Anteilen allgemein und individuell fortentwickelt.
Übungen: In diesen Zusammenhängen, in denen unterschiedlich ausgerichtete Theorien daraufhin zu untersuchen sind, ob sie einander ergänzen, einander widersprechen oder trotz unterschiedlicher Perspektive dennoch in die gleiche Richtung weisen - in diesen Zusammenhängen haben wir die Methode angewandt, mittels einer Tabelle (Theorie1 in den Zeilenköpfen und Theorie2 in den Spaltenköpfen) hinreichend viele Schnittpunkte zwischen den Theorien ausfindig zu machen, die uns dann in die Lage versetzen, anhand mehrerer Unterpunkte zu einem differenzierten und abwägenden Ergebnis in der Theoriezusammschau zu kommen.
Folgerungen: Unter dem urdemokratischen Aspekt der Gewaltenteilung rückt dann, nachdem die Just Community mit Interkultureller bzw. Demokratiepädagogik, mit Meads Identitätsentwicklungstheorie und Heitmeyers 5 Jugendaufgaben verbunden wurden, eine demokratische Schulverfassung in den Blick, in der sich Kohlbergs Prinzipien und Organisationsvorschläge wie Gemeinschaftsversammlung, Vermittlungsausschuss und Vorbereitungsgruppe spiegeln.

Moralentwicklung:
Wir und das Böse:
Warum wir hassen?

Grundlagentext
Präsentation
Soziopd.de
Just Community:
Grundlagentext
Präsentation
Bezug zu interkultureller
bzw. Demokratiepädagogik

weitere Bezüge/Übungen:
Just Community + Mead
Just Community + Heitmeyer

Folgerungen
JC+Gewaltenteilung
Kiras Skizze
demokratische Schulverfassung
und
JC-Prinzipien darin

Erfolgreiche Reformschulen
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(Wdh.-Einschub:
Hurrelmann: Produktive
Realitätsverarbeitung
eins - zwei- drei - vier -fünf)

(2) Bildung als Ausbildung von Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit bei Wolfgang Klafki
Wenn bislang um eine demokratisch gelingende Praxis ging, in der freiwillig demokratische Überzeugungen wachsen können, akzentuiert sich mit Wolfgang Klafki in diesem Zusammenhang, die Frage nach entsprechend geeigneten Bildungsinhalten und Methoden. Es geht also um die Frage, welchen Inhalten ein Gebildter wie begegnet sein sollte, damit Bildung als Ausbildung von Selbstbestimmungs-, Mibestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit gelingen kann.
Mit Worten aus (1) stellt sich so die Frage, welche Bildungsinhalte fördern wie behandelt eine gelingende demokratischen Praxis, die zu "elementardemokratischen Fähigkeiten und Bereitschaften" führt und diese prägt.
Mit Worten aus (2) und speziell dem Thema Just-Community stellt sich so die Frage, welche Kriterien angelegt werden solllten, damit die Abstimmung darüber, was wie gelernt werden sollte rational begründet zu einem Konsens in der Just Community gebracht werden kann bzw. Inhalte und Methoden gewählt werden, die den Gedanken der Just Community nicht konterkarieren.

Klafki für Einsteiger:
Youtube (a) (b) ((c) und (d))
Präsentation
Weitere Darstellung
Zentrale Begriffe
Klafki für Fortgeschrittene:
Grundlagentext + Vortrag
Präsentation
Gegenwartsbezüge
(a) (b) (c)
Klafki, kompakt

(1) Interkulturelle Pädagogik - Demokratiepädagogik
Nach den zahlreichen Theorien zu Identität, Entwicklung, Sozialisation und Erziehung in der Q1 rücken nun Fragen in den Blick, wie man dann auf diesem Hintergrund unsere Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung in den unterschiedlichen Bildungsinstitutionen professionell umsetzt (s. dazu auch EW-Vorgaben 2020).
Dazu starten wir zunächst mit zwei Fallbeispielen, die deutlich machen, dass Migration stets ein Mehrgenerationenprojekt ist, das je nach sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Distanz zum Einwanderungsland oftmals erst dann erfolgreich abgeschlossen werden kann, wenn hier geborene Kinder von Anfang auch unter "Kartoffeln" aufwachsen. - Als Kernproblem kann u.a. festgemacht werden, dass "Wahrheiten", die im Herkunftsland mitunter seit Generationen so gelten, hier bei uns nicht so einfach zu den Akten gelegt werden können. Hier aufwachsenden Kindern muss jedoch - spannende Frage: Wie? - erlebbar vermittelt werden, dass es unter demokratischen Verhältnissen möglich ist, das Leben der Menschen, die von den unterschiedlichsten Wahrheiten ausgehen, friedlich zusammenzuführen.
Der demokratische Denkansatz geht von Lessings Ringparabel und der dort schon im 17. Jahrhundert propagierten Position aus, sich in die Unerkennbarkeit der einen Wahrheit zu fügen. Dies spiegelt sich auch in der Formel:

Eine Wahrheit : Unfreiheit = viele Wahrheiten : Freiheit     bzw. in der Dahrendorfformel:    Wahrheit : Unfreiheit = Ungewissheit : Freiheit

Dieses spiegelt sich auch in der Anne-Will-Diskussion zum Beschneidungsverbot. Dort treffen nicht kompromissbereite Positionen, die von einer umumstößlichen Wahrheit ausgehen, auf solche, die nach einem Kompromiss suchen. Die Folgerung daraus - analog zur o.g. (Dahrendorf-)Formel - ist, dass freies demokratisches Zusammenleben nur unter der Annahme der Existenz vieler Wahrheiten bzw. unter der Annahme pronzipieller Ungewissheit denkbar ist. So kommen wir zu ersten Folgerungen.
Um diese noch weiter ausdifferenzieren zu können, blicken wir zurück in die Q1 und zum Rollenlernen nach George Herbert Mead. Mead ist der Auffassung, dass alle Bedeutung aus sozialer Interaktion entsteht, also aus der Mitte der sozialen Gemeinschaft heraus definiert wird. Das gilt für abstrakte Begriffe wie z.B. "Treue", für die gleiche "Kuh", die hier Schlachtvieh und in Indien heilig ist, und gilt so auch für Dich, der Du Deine Rolle in der Gesellschaft in der Auseinandersetzung zwischen ME-Zuschreibungen und I-Reaktionen darauf findest und so zu Deinem SELF kommst. In dieser Sicht ist Dein Mitmensch, dein natürlicher Freund, ohne den in Deiner Gemeinschaft kein SELF zustande kommen könnte. Viele Menschen sehen das anders: Für sie sind Anderen stete Verhinderer des eigenen Ich. Sie drängt es auszurufen: "Wenn die Anderen doch nicht wären, dann könnte ich original ich selbst sein."
Insofern passt die Meadsche Sicht auf das Kommunikationswesen Mensch, Deinen natürlichen Freund, gut zu dem hier entwickelten demokratischen Kerngedanken, der die einzelnen mit ihren ungewissen Positionen so zusammenbringen will, dass sie untereinander die je aktuell beste gemeinsame Position rational ermitteln können und wollen. Das Meadsche Kommunikationswesen kann von seiner Anlage her Demokratie.

Zwei Fallbeispiele
(dazu: Texte a und b und c)
Youtube: Anne Will:
Beschneidungsverbot

(dazu: Text a)
Anne-Will-Mindmap
Youtube: Ringparabel
Satz erster Folgerungen
(Wdh.-Einschub:
Mead: "Demokratiewesen"
weitere Folgerungen:
(a) - (b)
Soziopod.de)

zusammenfassender Text:
Interkulturelle bzw. Demokratie-
Pädagogik

ETC:
Denkwürdig

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