Interaktionistische und Systemische Sicht (auf Familie)
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Wenn es zentrales Ziel von Pädagogik ist, all die Zusammenhänge zu erforschen, die den Weg hilfreich begleiten können, wie aus noch kleinen unmündigen Menschen mündige Erwachsene werden, die unser demokratisches Gemeinwesen aktiv unterstützen und fortentwickeln, dann stellt sich im Blick auf das Thema "Interkationistische Sicht" und "Systemische Sicht auf Familie" die Frage, was diese Sicht Zielführendes beitragen kann.

Pädagog*innen mit zuvor genanntem Erkenntnisinteresse haben, bevor sie gezielt zur Systemischen Familientherapie blicken, schon einen theoretisch geprägten Blick auf das Familiengeschehen. Sie fokussieren das Familien-GAME mit Mead, denken interaktionistisch und organisieren Erziehung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern im Bewusstsein darum, dass vor allem soziale und demokratische Lernziele nur im gleichzeitig erfolgreichen Erleben wirksam zu erreichen sind, wenn sie sich auch in anhaltenden Handlungsbereitschaften niederschlagen sollen.

Wenn die familiäre Erlebniswelt zu wenig Gleichberechtigung bietet, nicht alle Familienmitglieder gleichermaßen in das Familien-GAME involviert sind, können für einzelne System- bzw. Familienmitglieder gravierende Folgen entstehen, deren Gründe nicht in "schuldigen Individuen" zu suchen sind, sondern in ihrem System. So kann z.B. die Situation einer in der Familie still unter dem herrischen Vater leidenden Mutter in Verbindung damit stehen, dass der Sohn aus Scham und Schuldgefühl sich ritzend selbst bestraft, weil er der Mutter nicht wirklich helfen kann.

Keine Einzeltherapie des ritzenden Sohnes kann ihn so gut vom Ritzen befreien wie eine Systemische Familientherapie, der es gelingt, den Vater im Blick auf seine eigentlich geliebte Familie dazu zu motivieren, der Mutter nicht mehr herrisch, sondern liebe- und respektvoll zu begegnen, was dem Sohn in der Folge Scham- und Schuldgefühle erspart und das Ritzen grundlos macht. Der Fehler steckt im System, er klebt nicht an einer einzelnen Person. Das System ist "krank" und nicht ein einzelnes Systemmitglied.

Die Systemische Therapie muss also alle Systemmitglieder zur Therapie überzeugen, nach entsprechender Vereinbarung zuerst die Systemlage analysieren (Wirklichkeitskonstruktion) und dann den Systemumbau (Möglichkeitskonstruktion) planen und vereinbaren. Das klingt so ganz einfach. Die größte Hürde liegt jedoch im Beginn.

Schon oft habe ich erlebt, dass Familien mit vermeintlich problematischen Kindern sich aus Not und Sorge um den Sohn oder die Tochter zu einer Familientherapie überreden ließen, diese dann aber schnell wieder abbrachen, wenn z.B. dem Vater klar wurde, dass der Therapeut am Ende ihn in seinem Familienverhalten ändern wollte und nicht beabsichtigte, nur den Sohn in seiner Anwesenheit zu behandeln. Mit dabei sein hätte der Vater ja um des lieben Friedens willen noch wollen, aber selbst in den Fokus zu geraten, das hatte er nie vor. Er doch nicht.
Das Merkbild für die
Systemische Therapie



Grundsätze
systemischen Denkens



Vorgehen
systemischer Therapie



Magersucht aus
systemischer Sicht
Zentraler Vernetzungpunkt, über den weitere Verbindungslinien verfolgbar sind

Mead:
Von Mead her gedacht führen symbolisch interaktionistische Gedanken für den Fall ihres konkret praktischen Nicht-Gelingens direkt zur Systemischen Therapie. Diese hat in der Regel eine kleine Gruppe, zumeist die Familie, im Visier und nicht die ganze Gesellschaft.

Wer hier weiter denken will, dem sei der nebenstehende Buchtitel empfohlen. Er nimmt die Gesellschaft als Ganze in den systemischen Blick. Aus dieser Sicht können auch viele Phänomene unserer teils hysterischen Pandemie-Debatten in ganz anderem Licht gesehen werden:

Was z.B. muss systemisch in der Gesellschaft falsch gelaufen sein, wenn man manchmal feststellt, dass das vermeintliche Menschenrecht auf einen Mallorca-Urlaub mehr Durchsetzungskraft entwickelt als das unbestreitbare Menschenrecht auf Leben, das nun schon über 70.000 Menschen bei uns verloren haben. Die Empathie mit den geschlossenen Geschäften und Institutionen muss rasch und unmittelbar zu einem Lastenausgleichsgesetz führen, das alle an den Schäden beteiligt und nicht zur Inkaufnahme einer weiteren Welle. Mitmenschlichkeit müsste in den Augen leuchten und keine Dollarzeichen. Die grinsenden Krisengewinnler, vor allem die illegalen, sind extrem schlimm, aber nicht so systembedingt, dass man das Demokratische generell in Frage stellen muss. Was soll denn an seine Stelle treten? Höcke, Le Pen, Salvini, Trump, Putin, Bolsonaro oder Xi Jinping?

Dennoch sind 80 Millionen Bundestrainer zwar noch ganz lustig, aber 80 Millionen Pandemiemanager zeigen starke gesellschaftliche Maldaption oder Fehlanpassung, ganz viel l bei arg geringer ME-Wirkung, ein zu starkes ES bei zu schwachem ÜBER-ICH, deutlích Vorrang der Assimilation und verweigerte Akkomodation sowie deutlch mehr egoistische als produktive Realitätsverarbeitung. Demokratie geht anders. Wir machen es falsch, nicht die Demokratie ist falsch.

Zentraler Bezugspunkt
Mead



Dietmar Hansch:
Der Sprung ins Wir
Die Neuerfindung von
Gesellschaft aus
systemischer Sicht